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5. Moskauer Internationales offenes Buchfestival

Das 5. Moskauer Internationale offene Buchfestival fand vom 11. bis 14. Juni im Zentralen Haus der Künstler mit mehr als 400 Veranstaltungen statt.

Das Programm konnte sich wirklich sehen lassen: Neben den verschiedensten Bücher-, Kinder-, Kino- und Musikprogrammen konnten sich die Besucher auch noch auf viele berühmte und interessante Gäste freuen.

Viele bekannte russische Autoren wie Andrey Bitow, Andrey Gelasimow oder Vladimir Wojnowitsch lasen Ausschnitte aus ihren Werken vor und scheuten den Kontakt mit ihren Lesern nicht, sondern standen diesen Rede und Antwort.

Der Programmdirektor des Festivals, Boris Kuprijanow, erklärte den Buchhandel unter Krisenbedingungen zu einem der wichtigsten Themen des Buchfestivals und traf damit ganz sicher den Nerv der Zeit. An vielen runden Tischen wurde dieser Themenkreis heiß diskutiert.

So auch in der Veranstaltung "Big and Small - russländische und ausländische Verleger über die Zusammenarbeit auf dem Buchmarkt". Olga Morosowa (Inostranka, Attikus Group), Michail Kotomin (Ad Marginem), Alla Steinman (Fantom-Press), Sergej Makarenkow (Ripol Klassik), Wladimir Kharitonow (Ultra Kultura) und Michael Zöllner (Tropen-Verlag), in welcher neue Formen der Zusammenarbeit für kleine und mittlere Verlage besprochen wurden. Michael Zöllner, Gründer des Tropen-Verlags, stellte dabei sein Modell der Zusammenarbeit zwischen "Klett-Cotta" und "Tropen" (seit 2008 Imprint bei "Klett-Cotta") vor.
Weitere Themen, die während des Festivals besprochen wurden, waren die kulturelle Unabhängigkeit im heutigen Russland und das heutige Verständnis von Geschichte.
Besonders interessant war auch die Diskussion um die heutige russische Literatur. Ob diese als eine zu sehen sei oder differenziert betrachtet werden müsse, da die russische Literatur nicht nur innerhalb Russlands sondern auch außerhalb der Gebietsgrenzen der Russischen Föderation bestehe und sich ständig weiterentwickle, wurde auf ausführlichste besprochen. Dazu angereist waren viele russischsprachige Autoren aus dem Ausland, wie Michael Schischkin aus der Schweiz, Artur Punte aus Lettland und viele Andere.

Zum 100. Todesjahr des Schriftstellers Lev Tolstoi fanden verschiedene Ausstellungen, interaktive Projekte und Diskussionen über die Rolle Tolstois im 21. Jahrhundert statt. Als besonderes I-Tüpfelchen wurde hierzu ein "Tolstoi-Karaoke" durchgeführt, bei dem die Leser ihre Lesekünste zum Besten geben konnten.

Auch die kleineren Besucher kamen auf ihre Kosten: Die Kinderbuchautoren Stas Wostokov, Veronika Kungurzewa und Jurij Netschiporenko nahmen am Festival ebenso wie ihre ausländischen Kollegen teil.

Natürlich muss auch das ausgezeichnete Musikprogramm erwähnt werden, im Rahmen dessen die Musikprämie "Stepnoj Wolk" (Steppenwolf) zum dritten Mal vergeben wurde. Das Projekt des Programms des Filmmuseums wurde in der Zusammenarbeit der französischen Botschaft, dem Französischen Kulturzentrum in Moskau, dem Goethe-Institut, dem Tschechischen Zentrum sowie mit ungarischen Wissenschafts- und Informationszentrum durchgeführt, bei dem zum Beispiel "Faust in den Versuchungen des 20. Jahrhunderts" betrachtet wurden.

Was alle kleinen und großen Leseratten aber besonders erfreute, war erstmals die Möglichkeit, Bücher auf dem Festival zu erwerben. Dies war die Reaktion der Organisation auf die zahlreichen Bitten der Besucher der Vorjahre.

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